Untersuchungen

Eine umfassende Palette moderner bildgebender Diagnosesysteme erlaubt den frühzeitigen und zuverlässigen Nachweis bösartiger Tumoren, noch bevor eine mögliche Streuung in andere Organe (Metastasierung) stattgefunden hat. Das Diagnostische Brustzentrum Göttingen verfügt über sämtliche anerkannte Methoden, die zur frühzeitigen Detektion des Brustkrebs herangezogen werden können.

Die bildgebende Diagnostik des Mammakarzinoms stützt sich auf den Einsatz von Röntgenmammographie, Mamma-MRT und Mammasonographie. Dem regelmäßigen Abtasten kommt im Rahmen der Früherkennung keine Bedeutung zu.

  • Digitale Vollfeldmammographie

    Die Röntgenmammographie der Brust wird heutzutage bevorzugt in digitaler Technik durchgeführt, da hierdurch die Röntgendosis um etwa 25% reduziert werden kann. Außerdem erlaubt die digitale Mammographie eine konstant gute Belichtung, so dass bei guter Einstellung der Brust so gut wie keine Wiederholungsaufnahmen notwendig werden. Weitere Vorzüge der digitalen Mammographie betreffen die Möglichkeiten der Bildnachbearbeitung, die bei herkömmlicher Mammographie nicht gegeben sind. Hierzu zählt auch der Einsatz von computer-gestützten Auswerteprogrammen (sog. CAD-Systeme), die im Brustzentrum routinemäßig zum Einsatz kommen.

    Sinnvoll ist die Mammographie im Rahmen der Früherkennung für Frauen ab dem 40. Lebensjahr. Früher sollte eine Frau nur dann mammographiert werden, wenn ein auf Brustkrebs hinweisendes Symptom (z.B. Knoten, Verhärtung, Hauteinziehung o.ä.) vorliegt. In dieser Situation wird von einer „kurativen“ oder befundabklärenden Mammographie gesprochen.

    Die Aussagekraft der Mammographie hängt in entscheidendem Maße von der Gewebedichte der Brust ab. Findet sich in der Brust ein großer Anteil an Drüsengewebe („dichte“ Brust), so sinkt die Trefferquote der Mammographie bis auf 40%. Es werden generell vier Dichtestufen im Mammogramm unterschieden, die von Stufe 1 (fettreiche Brust, keine oder kaum Brustdrüse) bis Stufe 4 (drüsenreiche Brust, kein oder kaum Fett) reichen. Bei Frauen mit einer Gewebedichte der Stufe 3 oder 4, ggf. auch 2, sollte unbedingt ein zusätzliches Untersuchungsverfahren (Ultraschall oder MRT) eingesetzt werden, da die Mammographie im dichten Drüsengewebe Tumoren oft gar nicht zeigen kann. Im Mammographiebefund wird der individuelle Dichtetyp jeweils vermerkt.

    Das digitale Bild der Mammographie steht sofort zur Verfügung – inklusive einer computergestützten Bildoptimierung mit PREMIUM VIEW.

    Qualitätsgesicherte Technik im Brustzentrum Göttingen. Das Mammographiegerät im Brustzentrum Göttingen erhält jährlich neu die QRR-Zertifizierung.

    Die Auswertung der Mammographiebilder erfolgt im Diagnostischen Brustzentrum obligat durch 2 Ärzte. Dieses Double Reading erhöht die diagnostische Zuverlässigkeit. Nach dem Double Reading wird zusätzlich eine computergestützte Bildanalyse (sog. Computer Assisted Diagnosis, CADx System), bei der PC-gestützt auffällige Befunde markiert werden, durchgeführt (Triple Reading).

  • Kontrastmittelgestützte Spektralmammographie

    Die Aussagekraft der üblichen Mammographie hängt in entscheidendem Maße von der Gewebedichte der untersuchten Frau ab. So fällt die Trefferquote des Verfahrens bei Frauen mit sehr drüsenreichen Bruststrukturen auf unter 50%. Dies betrifft etwa 40% aller mammographierten Frauen.

    Mit der kontrastmittelgestützten Spektral-Mammographie, die im Frühjahr 2011 deutschlandweit erstmals im Diagnostischen Brustzentrum Göttingen installiert wurde, kann die Limitation der herkömmlichen Mammographie überwunden werden. Erreicht wird die deutliche Verbesserung der Aussagekraft der Mammographie dadurch, das unmittelbar vor der Untersuchung ein Kontrastmittel über eine Armvene appliziert wird, das die für Brustkrebs typische Mehrdurchblutung innerhalb der Bruststrukturen sichtbar macht. Bösartige Tumoren, die innerhalb dichter Drüsenstrukturen bisher nicht zu sehen waren, können auf diese Weise eindrucksvoll nachgewiesen werden.

    Der Einsatz des Verfahrens ist denkbar einfach: Etwa 3 Minuten nach Gabe des jodhaltigen Kontrastmittels wird von jeder Brust eine Mammographieaufnahme mit 2 unterschiedlichen Energiestufen angefertigt. Durch einen komplexen Rechenprozess werden anschließend solche Areale in der Brust hell abgebildet, die mit einer verstärkten Durchblutung einhergehen und damit Hinweis auf Brustkrebs sein können. Voraussetzung zur Durchführung der Untersuchung sind eine normale Nieren- und Schilddrüsenfunktion. Und noch einen Vorteil verspricht die Methode: Es reicht die Anfertigung von nur einer Aufnahme pro Brust, so dass die notwendige Röntgendosis geringer ist als bei der herkömmlichen Mammographie, bei der 2 Aufnahmen pro Seite angefertigt werden.

    Damit stellt die kontrastmittelgestützte Mammographie zwar keine Alternative zur Mamma-MRT dar, sie ist jedoch definitiv aussagekräftiger als die einfache Röntgenmammographie ohne Kontrastmittel: In einer aktuellen Studie konnte gezeigt werden, dass die Kontrastmittel-Spektralmammographie 80/80 Läsionen zeigte, während die übliche Mammographie nur 66/80 präsentierte (Fallenberg et al., Eur Radiol 2014).

  • Tomosynthese

    Die Aussagekraft der üblichen Mammographie hängt in entscheidendem Maße von der Gewebedichte der untersuchten Frau ab. So fällt die Trefferquote des Verfahrens bei Frauen mit sehr drüsenreichen Bruststrukturen auf unter 50%. Dies betrifft fast 50% aller mammographierten Frauen.

    Mit der Tomosynthese, die im Frühjahr 2014 im Diagnostischen Brustzentrum Göttingen installiert wurde, kann die Limitation der herkömmlichen Mammographie ein Stück weit überwunden werden. Erreicht wird die Verbesserung der Aussagekraft der Mammographie dadurch, dass bei identischer Röntgendosis der Strahlerkopf während der Bilderzeugung über der Brust bewegt wird. Aus dem hierbei gewonnenen Datensatz lassen sich in 9 Positionen über 25° überlagerungsfreie Bilder konstruieren, die eine bessere Strukturerkennung bei dichten Gewebeverhältnissen erlaubt. Die Auswertung der Einzelbilder erfolgt in Schichtdicken von 10mm und von 0.5mm. Ein zusätzliches synthetisiertes 2D-Mammogrammbild erlaubt die übliche Sicht auf die Brust im Mammogramm.

    Bisherige Studien zur Tomosynthese haben gezeigt, dass die Nachweisrate von Brustkrebs durch dieses Verfahren innerhalb von Screeningprogrammen um etwa 25% gesteigert wird. Außerdem kann die Quote an auffälligen Befunden, die sich letztendlich doch als harmlos herausstellen, um 15% gesenkt werden (Per Skaane et al, Radiology, 2013).

  • Mamma-MRT

    Die Mamma-MRT stellt das beste Verfahren für den Nachweis von Brustkrebs dar. Aufgrund technischer Fortschritte in der räumlichen Auflösung des Verfahrens sowie der Möglichkeit der Verwendung offener Systeme mit Zugang zur positionierten Brust ist die MRT allen anderen Verfahren in der Diagnostik von nichtinvasiven Frühkarzinomen sowie insbesondere von kleinen invasiven Brustkrebsformen überlegen.

    Gegenwärtig kommt die Mamma-MRT bevorzugt zum Einsatz für die komplette präoperative Befundabklärung (sog. lokales Staging) bei Patientinnen, bei denen Brustkrebs aktuell nachgewiesen wurde, zur Überwachung im Rahmen der Nachsorge nach Brustkrebs und zur Primärtumorsuche bei Metastasierung.

    Aufgrund der fehlenden Belastung mit gefährlichen Strahlen und der exzellenten Trefferquoten für den Nachweis von Brustkrebs stellt die Mamma-MRT im Rahmen der Früherkennung ein ideales Untersuchungsverfahren dar, sofern die Qualität der Bilder stimmt. Die Studiendaten der letzten Jahre belegen in diesem Zusammenhang, dass auf eine zusätzliche Mammographie und Mammasonographie verzichtet werden kann, wenn die Mamma-MRT bei hoher Transparenz keine Auffälligkeiten zeigt (Kuhl et al, J Clin Onco 2010). Dies setzt allerdings eine technisch und methodisch hochwertige Mamma-MRT. Hierfür bürgen die Ärzte im Brustzentrum, die eines der beiden MR-Geräte ausschließlich für die Mamma-MRT einsetzen. Die Ärzte im Göttinger Brustzentrum besitzen gemäß den Anforderungen der Arbeitsgemeinschaft für individuelle Mammadiagnostik AIM eV die “Zertifizierung für Mamma-MRT auf höchstem Niveau (Experten-Level)”.

  • Mammasonographie

    Die Ultraschalluntersuchung der Brust erfolgt aktuell mit hochauflösenden Schallköpfen, die manuell geführt werden. Im BZG werden seit 2010 zwei hochmoderne Ultraschallsysteme Logic E9 eingesetzt. Zusätzlich zum klassischen Ultraschall (B-Bild) können farbkodierte Untersuchungen erfolgen, die Blutfluss im Gewebe anzeigen. Sie bringen in der Brust allerdings nur selten relevante Zusatzinformationen.

    Die Sonographie wird üblicherweise als primäre Untersuchungsmethode bei Frauen eingesetzt, die jünger als 40 Jahre als sind. Ansonsten kommt das Verfahren zum Einsatz, wenn mammographisch eine hohe Gewebedichte vorliegt. Liegt ein Symptom (z.B. Knoten, Verhärtung) vor, so sollte obligat eine Sonographie erfolgen, da auf diese auch Weise geklärt werden kann, ob der Befund bei Nachweisbarkeit im Ultraschall durch eine ultraschall-gesteuerte Gewebeentnahme (Biopsie) abgeklärt werden kann.

    Der Ultraschall erlaubt neben der Differenzierung zwischen harmlosen Zysten und Tumoren eine Charakterisierung von gut- und bösartigen nichtzystischen Läsionen. Im Zweifelsfall wird hier jedoch immer eine Ergänzungsdiagnostik (MRT, Biopsie) indiziert sein. Die Sonographie weist keine Belastung mit gefährlichen Strahlen auf.

  • Biopsie

    Patientinnen, bei denen in der Bildgebung ein auffälliger Befund nachgewiesen wird, werden leitliniengemäß nicht mehr primär operiert. Seit vielen Jahren wird ausdrücklich empfohlen, solche Befunde durch eine ambulante Gewebeentnahme abzuklären, d.h. durch eine Nadelbiopsie Gewebezylinder zu entnehmen und unter dem Mikroskop histologisch abklären zu lassen.

    Stellt sich ein auffälliger Befund dar, so erfolgt die Gewebeentnahme nach lokaler Betäubung durch eine sog. US-gesteuerte Stanzbiopsie, bei der 3-5 kleine Gewebezylinder entnommen werden. Finden sich auffällige (Mikro)verkalkungen im Mammogramm, so erfolgt die Abklärung durch eine sog. stereotaktische, d.h. mammographie-gesteuerte Vakuumbiopsie, bei der durchschnittlich 12 Zylinder entnommen werden. Stellt sich eine Auffälligkeit ausschließlich in der MRT dar, so wird das Gewebe MR-gesteuert mit einer Vakuumbiopsie gewonnen (ca. 12 Zylinder). Im Brustzentrum Göttingen stehen alle drei Verfahren zur Verfügung.

    Das histologische Ergebnis nach einer Gewebeentnahme liegt innerhalb von 24 Stunden vor, so dass in Abhängigkeit vom Ergebnis Entwarnung gegeben oder die nächsten therapeutischen Schritte eingeleitet werden können.

  • Osteodensitometrie

    Die Osteoporose stellt eine Skeletterkrankung dar, bei der es über eine kritische Verminderung der Knochenmasse und Störung der knöchernen Mikroarchitektur zu einer verminderten Bruchfestigkeit des Knochens kommt. Sie begegnet uns im Alltag in erster Linie in Form von Wirbelkörpereinbrüchen oder Frakturen von Röhrenknochen (z.B. Schenkelhalsbruch).

    Schätzungen gehen davon aus, dass bei Frauen etwa 50-90% aller Knochenbrüche ohne ein adäquates Unfallereignis auf eine Osteoporose zurückzuführen sind. Für Männer liegt diese Quote bei etwa 30-70%. Mit Blick auf die hiermit verbundenen Kosten hat die WHO die Osteoporose auf die Liste der 10 wichtigsten Erkrankungen gesetzt.

    Bis heute gibt es in Deutschland kein standardisiertes Konzept zur Früherkennung, Diagnostik und Therapie der Osteoporose. Erste Pionierarbeiten wurden in den letzten Jahren allerdings durch die “Deutsche AG Osteoporose” geleistet, die hierzu Leitlinien erarbeitet hat. Danach stellen Knochenbrüche ohne adäquates Trauma, eine unbeabsichtigte Gewichtsabnahme um mehr als 10%, ein Größenverlust von mehr als 4 cm und ein sog. Body-Mass-Index < 20km/m² definierte Risikofaktoren dar.

    Im Rahmen der bildgebenden Diagnostik stellt die Messung der Knochendichte (Osteodensitometrie, Q-CT oder DEXA) daher eine sinnvolle Untersuchung dar.

Die Vorteile unterschiedlicher Diagnoseverfahren liegen in der ergänzenden Darstellung des Brustgewebes. Zielsetzung hierbei ist es, möglichst transparent durch das Brustdrüsengewebe hindurch zu schauen und mögliche Tumoren in der Brust zu erkennen. Das sicherste Verfahren zur Diagnose von Brustkrebs ist eine Kombination aus Mammographie und Kernspintomographie (Mamma-MRT), da diese beiden Verfahren in Kombination am zuverlässigsten den Nachweis von frühen Tumorstadien erlauben.

Der Einsatz einer solchen digitalen 1-Ebenen-Mammographie plus Mamma-MRT ist unter dem Namen Göttinger Optipack deutschlandweit bekannt. Ansonsten ist es der Ultraschall, der die Mammographie sinnvoll ergänzt.