Qualitätssicherung

Qualitätsindikatoren sind indirekte Messgrößen, die die Qualität der medizinischen Versorgung transparent machen sollen. Prinzipiell wird hierbei unterschieden zwischen Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität.

  • Strukturqualität

    Alle für die Diagnostik eingesetzten Untersuchungsgeräte im Diagnostischen Brustzentrum erfüllen die geforderten apparativ-gerätetechnischen Voraussetzungen. Dies betrifft u.a. die DIN EN-Normen für die Mammographie (DIN EN 61223-3-2; DIN EN 6868152, DIN EN 60601-2-45), die Mammasonographie (DIN EN 61157) und Mamma-MRT (Empfehlungen der AG Mammadiagnostik der Dt. Röntgengesellschaft).

  • Prozessqualität

    Der Einsatz der verschiedenen Untersuchungsverfahren erfolgt nach den nationalen und internationalen Vorgaben und Empfehlungen. Die Methoden aller bildgebenden Verfahren werden im Befundbericht kategorisiert nach BIRADS-Klassifikation:

    • BIRADS 1: unauffällig
    • BIRADS 2: sicher gutartiger Befund
    • BIRADS 3: wahrscheinlich gutartiger Befund
    • BIRADS 4: möglicherweise bösartiger Befund
    • BIRADS 5: hochgradig auf Bösartigkeit verdächtiger Befund

    Die Aussagekraft der Methode (Mammographie, Mamma-MRT) in Abhängigkeit von der vorliegenden Gewebedichte bzw. vom Durchblutungsmuster wird obligat verschlüsselt nach der ACR-Klassifikation:

    • ACR 1: Aussagekräftig exzellent
    • ACR 2: Aussagekräftig gut
    • ACR 3: Aussagekräftig limitiert
    • ACR 4: Aussagekräftig drastisch limitiert
  • Ergebnisqualität

    Qualitätsindikatoren Mammographie:

    Anteil der Frauen mit Mammographie, die eine – nach den Qualitätskriterien zur mammographischen Bildqualität (PGMI-System, Anm. d. Verfassers) regelrechte – Mammographie erhalten:

    • Brustzentrum Göttingen: >99% (empfohlen: ≥ 95%)

    Anteil der mammographisch als BIRADS 5 diagnostizierten Fälle, die nach offener Biopsie als benigne befundet werden (sog. falsch positive Befunde):

    • Brustzentrum Göttingen: 2% (empfohlen: <10%)

    Qualitätsindikatoren Mammasonographie:

    Anteil der Frauen mit einem klinisch nicht tastbaren mammographischen Befund BIRADS 0, III, IV und V, die eine nach den Qualitätsvorgaben durchgeführte Ultraschalluntersuchung beider Mammae und Axillae erhalten:

    • Brustzentrum Göttingen*: 100% (empfohlen: ≥ 95%)

    Anteil der Frauen mit mammographisch röntgendichter Brustdrüse (ACR 3 oder 4), die eine ergänzende Sonographie erhalten:

    • Brustzentrum Göttingen*: 100% (empfohlen: ≥ 95%)

    *) Sonographie und/oder Mamma-MRT


    Qualitätsindikatoren interventionelle Techniken:

    Anteil der Frauen mit mammographischen Befunden BIRADS IV und V mit sonographischem Korrelat des Befundes, die eine nach den Qualitätsanforderungen interventionell sonographisch gesteuerte Stanzbiopsie erhalten:

    • Brustzentrum Göttingen: 94% (empfohlen: ≥ 70%)

    Anteil der Frauen mit mammographischen Befunden BIRADS IV und V mit Mikrokalk ohne sonographisches Korrelat, die eine nach den Qualitätsanforderungen interventionell stereotaktisch gesteuerte Vakuumbiopsie erhalten:

    • Brustzentrum Göttingen: 94% (empfohlen: ≥ 70%)

    Anteil der Frauen mit ausschließlich magnetresonanztomographischen Befunden MRT-BIRADS IV und V, die eine nach den Qualitätsanforderungen interventionell MRT-gesteuerte Vakuumbiopsie erhalten:

    • Brustzentrum Göttingen: 96% (empfohlen: ≥ 95%)

    Anteil der Frauen mit mammographischen Befunden BIRADS IV und V, sonographischen Befunden BIRADS IV und V und/oder magnetresonanztomographischen Befunden MRT-BIRADS IV und V, die durch entsprechende interventionell gesteuerte Gewebsprobengewinnung histopathologisch abgeklärt werden:

    • Brustzentrum Göttingen: 98% (empfohlen: ≥ 70%)

    Anteil der Befunde, die präoperativ durch mammographisch, sonographisch oder magnetresonanztomographisch kontrollierte interventionelle Methoden (Stanz- oder Vakuumbiopsie) histopathologisch abgeklärt werden:

    Nicht tastbare Befunde:

    • Brustzentrum Göttingen: 98% (empfohlen: ≥ 70%)

    Nicht tastbare plus tastbare Befunde:

    • Brustzentrum Göttingen: 99% (empfohlen: ≥ 90%)

    Anteil der Frauen mit mammographischen Befunden BIRADS IV und V mit Mikrokalk, die intra-interventionell den Nachweis repräsentativer Mikrokalkanteile in der Präparat-Radiographie nachweisen:

    • Brustzentrum Göttingen: 100% (empfohlen: ≥ 95%)

    Anteil der Frauen nach bildgebungsgesteuerter Gewebsentnahme mit benignem Befund (B-Klassifikation: B1, B2), die nach offener Exzisionsbiospie einen malignen Befund aufweisen (falsch negativ):

    • Brustzentrum Göttingen: <1% (empfohlen:<10%)
  • Methodenvergleich

    In einer prospektiven Auswertung wurde über einen Zeitraum von 2 Jahren untersucht, mit welchem Untersuchungsverfahren Brustkrebs bei asymptomatischen Frauen (Früherkennung) entdeckt werden konnte. Ergebnisse aus dem Brustzentrum Göttingen:

    • Anzahl der untersuchten Frauen: 3750
    • Anzahl der entdeckten Karzinome: 43 (11,46‰)
    • Gesehen in Mammographie: 72%
    • Gesehen in Ultraschall: 61%
    • Gesehen in Mamma-MRT: 98%

    In einer retrospektiven Auswertung wurde evaluiert, mit welchem Untersuchungsverfahren noch im Milchgang befindliche (DCIS) und sehr kleine invasive Mammakarzinome bis 10mm Tumorgröße (pT1a, pT1b) erkannt werden konnten:
    Ergebnisse aus dem Brustzentrum Göttingen:

    • Anzahl ausgewerteter Frauen: 90
    • Anzahl der DCIS: 40
    • Gesehen in Mammographie: 73%
    • Gesehen in Ultraschall: 18%
    • Gesehen in Mamma-MRT: 88%
    • Anzahl der invasiven Karzinome <10mm: 50
    • Gesehen in Mammographie: 53%
    • Gesehen in Ultraschall: 53%
    • Gesehen in Mamma-MRT: 96%
  • Zusammenarbeit

    Effektive Mammadiagnostik ist Teamarbeit. Dies gilt nicht nur für die Mitarbeiter in der eigenen Praxis, sondern auch für die regionale und überregionale Kooperation und Zusammenarbeit mit anderen Kolleginnen und Kollegen. Das Brustzentrum Göttingen arbeitet daher eng zusammen mit renommierten Pathologen, Diagnostikern und Operateuren in und außerhalb von zertifizierten Brustzentren im gesamten Bundesgebiet.

Die Ärzte und MTRA´s im Diagnostischen Brustzentrum arbeiten streng nach den Europäischen Empfehlungen zur Qualitätssicherung in der Brustkrebsfrüherkennung, der interdisziplinären S3-Leitlinie für die Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms sowie der Stufe-3-Leitlinie „Brustkrebs-Früherkennung“ in Deutschland, an deren Erstellung sie zum Teil mitgewirkt haben. Hierdurch wird gewährleistet, dass die Diagnostik im Brustzentrum Göttingen auf einem sehr hohen und stets aktuellen Niveau angeboten wird.